Zusammen Leben, zusammen kochen

An einem bestimmten Punkt der Partnerschaft kommt es dazu, dass man nicht mehr auf sich verzichten möchte. Um festzustellen ob man den Aufgaben des Alltags gemeinsam gewachsen ist und ob die intensive Gemeinsamkeit nicht irgendwann doch zu viel wird, kommt vor dem ersten Hund und dem gemeinsamen Kind, die erste gemeinsame Wohnung. Was ändert sich, wenn neben der Zeit auch die vier Wände und alles was sich in ihnen befindet, plötzlich auch mit dem Partner geteilt wird? Auf welche Veränderungen kann man sich vorbereiten und was bedeuten diese psychologisch?

Aus mein mach dein - Sinn und Unsinn der Einteilung

Bevor
eine Wohnung zusammengelegt wird, muss geklärt werden, welcher Partner welchen Teil des Mobiliars mit in die neue Wohnung bringt und auch, ob überhaupt eine neue Wohnung bezogen werden muss oder die Räumlichkeiten eines Partners auch für zwei ausreichen. Gemeinsam in die Wohnung eines Partners zu ziehen hat dabei seine Vorteile. So ist der Umzug bedeutend einfacher und die Kaution ist bereits hinterlegt, was auch eine finanzielle Entlastung darstellt und Kapital für Neuanschaffungen bedeutet. Auch lohnt es sich eher einen Sprinter zu mieten als ein professionelles Umzugsunternehmen zu beschäftigen. 

Streitigkeiten über Aspekte, welcher Wasserkocher genutzt wird und welche Lampe schöner ist, sind dabei überflüssig. Nach einer Zeit der Präsenz werden alle Gegenstände in der Wohnung schnell als normal und alltäglich wahrgenommen. Im Idealfall kann man sich schon einige Wochen vor dem Umzug klar werden, was alle Bestandteil der neuen Wohnung wird. Durch ein allmähliches entsorgen des überflüssigen Hausrates werden Kapazitäten gespart, die auch mit den Nerven der Helfer und somit der guten Laune beim Umzug verbunden sind.

Gute Stimmung beim Umzug

Für den Umzug sollten am vorherigen Abend kleine Stärkungen vorbereitet werden. Wer über wenige begabte Helfer verfügt und die Last der Massivholzmöbel einfach zu groß ist, sollte die beiden Umzüge auf verschiedene Tage legen und so viel wie möglich schon als Paar erledigen, um Freunde und Bekannte zu entlasten. Kulinarische Besonderheiten sorgen für eine enorme Aufheiterung der Laune bei allen Helfern. Wichtig ist es, keine zu schwere Kost vorzubereiten aber genug Energie für die Helfer zu liefern. Ein leckerer Kartoffelsalat, ein Eintopf oder herzhaftes und süßes Gebäck sind leicht portionierbar und auch ohne Umstände schnell verzehrt. Bei so viel leckerem Geruch im Treppenhaus, hilft sicher auch der ein oder andere Nachbar spontan mit.

My kitchen is my castle

In der Küche spielen sich viele alltägliche Handlungen ab. Wir kochen, essen, reden, hören Musik oder lesen die Nachrichten des Tages. Auch die grundlegenden Aspekte der Einrichtung des gemeinsamen Wohnraumes sind in ihr einfach erklärt. So z.B. bei der Frage des Geschmacks: Hat der Partner Teller und Tassen, die optisch einfach überhaupt nicht tragbar sind, das knackigste Gemüse labbrig und öde, die heißeste Suppe kühl und langweilig erscheinen lassen, sollte man den Sachverhalt offen ansprechen und dabei höflich bleiben. Wer positiv für das eigene Geschirr oder andere Einrichtungsartikel Werbung macht, wird meist schon auf eine gefällige Antwort stoßen. Handelt es sich um wichtige Andenken und Erbstücke, sollte dagegen nicht diskutiert werden.

Die Wohnung lebt

Für alle Exzentriker und starke Egos, die gern alles an der Wohnung mitentscheiden würden: Gelassenheit ist jetzt die größte Tugend. Wer sich in Grabenkämpfe über Tapetenmuster, Teppiche oder Tassen verliert, legt so einen negativen Grundstein für das gemeinsame Projekt Wohnen. Nach und nach werden alle Gegenstände in der Wohnung ersetzt. Beim Neukauf der Einrichtung ist dann das Mitspracherecht wieder gleich verteilt, die Karten neu gemischt.

Materielle Besitzansprüche
sind in einer Beziehung überholt. Wer denkt in Machtkämpfe über Zimmer, Badzeiten oder andere Nebensächlichkeiten verfallen zu müssen, hat weit gefehlt. Schließlich möchte kein Partner dem anderen etwas wegnehmen. Sympathische kleine Diskussionen über das letzte Stück des Kuchens, lockern den Alltag dagegen auf. Es geht nicht darum, wie die Wohnung aussieht, welchen Stil die Einrichtung hat, nur dass beide Partner bei der gemeinsamen Nutzung eine schöne Zeit haben.